Am 30. Oktober 2025 fand die dritte Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) des Projektes „AllerViefalt Verden“ in Verden statt. Die Teilnehmenden, u.a. aus Verwaltung, Naturschutz, Wasser- und Landwirtschaft, stellten Fragen zum Vorgehen bei den Planungen rund um die Auenrenaturierung an der Aller. Bei den Diskussionen wurden Feedback und Anregungen für die weitere Arbeit eingebracht. Aus Sicht des Projektträgers stießen die vorgestellten Ergebnisse und Planungen auf breite Zustimmung und die gute Atmosphäre diente einem regen Fachaustausch und weiterer Vernetzung.
PEPL kurz vor dem Abschluss
Ein zentrales Thema der Sitzung war der Fortschritt beim Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL). Die Planungsbüros stellten das nahezu abgeschlossene Planwerk vor, einschließlich der Ergebnisse der Modellierung und Bewertung der Maßnahmen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit. Damit steht das wichtigste strategische Steuerungsinstrument des Projekts kurz vor der Fertigstellung und kann 2026 zur Beratung in den Kreistag eingebracht werden. Zuvor wird dem Umweltausschuss am 17.11. zum Sachstand berichtet.
Viele Hinweise waren bereits Teil der Planung
Zahlreiche Beiträge aus den Gemeinden, der Landwirtschaft, der Jägerschaft sowie den Verbänden bestätigten, dass die Beteiligten das Projekt aufmerksam begleiten. Gleichzeitig zeigte die Sitzung, dass viele der angesprochenen Themen dank vieler Abstimmungen im Vorfeld schon in die Planungen eingeflossen sind.
Ein Beispiel ist der Hinweis der Jägerschaft zur Bedeutung von Fluchtkorridoren und Wildrettungsstrukturen bei Hochwasserereignissen. Diese Aspekte sind bereits im Bewertungsverfahren berücksichtigt, sollen aber im weiteren Planungsprozess gemeinsam vertieft werden. Wir freuen uns ausdrücklich über die Bereitschaft der Jägerschaft zur Zusammenarbeit.
Auch Anmerkungen zu Themen wie Deichsicherheit, Gewässerrandstreifen, Wasserqualität, Beschattung von Nebengewässern oder dem Umgang mit Bodenmaterial bestätigten überwiegend den bereits eingeschlagenen Planungsweg.
Aufnahme neuer Impulse
Von besonderem Interesse war der Vorschlag der Stadt Verden, im Bereich Klein Hutbergen zusätzlich eine Variante zur Flussspaltung zu prüfen. Die PAG begrüßte den Impuls, und wir nehmen diese mögliche zusätzliche Maßnahme als Variante in den PEPL auf, auch das WSA wird dies prüfen.
Ebenso soll die Pferdebeweidung im Sinne der niedersächsischen Kulturlandschaft weiter Teil des Stadtbildes von Verden bleiben, indem offene Uferbereiche die Sicht auf die Weiden frei lassen.
Starke Unterstützung und enge Abstimmungen
Vertretungen der Projektförderer Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) äußerten sich positiv zur bisherigen Arbeit. Durch ihre Hinweise konnten weitere Vorschläge mit Blick auf die Förderfähigkeit innerhalb des Projektes sowie den Handlungsrahmen innerhalb des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ direkt besprochen werden.
Bei einem Vortrag des WSA wurde deutlich, wie eng sich das WSA mit dem Projektträger (NBAU/LK) abstimmt, sodass Vorhaben im Fluss und in der Aue gegenseitig berücksichtigt werden. Ebenso gab es einen Eindruck über die angedachten Maßnahmen im Fluss; zudem wurden die Fortschritte beim BAW-Modell vorgestellt. Durch die abgeschlossene Grünlaserbefliegung konnten wichtige fehlende Daten erhoben werden
Die Landwirtschaftskammer (LWK) stellte dar, wie die Belange der Landwirtschaftenden im bisherigen Prozess und bei der Maßnahmenbewertung berücksichtigt wurden. Der frühzeitige Einbezug von betroffenen FlächeneigentümerInnen und Bewirtschaftenden sowie deren Interessen wird als bedeutender Erfolgsfaktor für das Projekt gesehen. Der enge Austausch zwischen Projektträger und LWK sowie Treffen des „AK Landwirtschaft“ haben dazu in 2025 entscheidend beigetragen.
Ausblick
Mit einem nahezu fertigen PEPL, klar priorisierten Maßnahmenkomplexen und ersten bereits umgesetzten Maßnahmen steuert AllerVielfalt Verden auf die nächste Etappe zu – die Genehmigungs- und Umsetzungsphase. Die PAG-Sitzung hat gezeigt, dass das Projekt fachlich solide aufgestellt ist.
Im nächsten Schritt steht nun die Abstimmung des PEPL im Kreistag an. Erst danach können die einzelnen Maßnahmen in die Genehmigungs- und Detailplanungsphase übergehen und schließlich umgesetzt werden. Während der PAG-Sitzung wurde nochmals hervorgehoben, dass sämtliche Maßnahmen auf privaten Flächen ausschließlich auf Freiwilligkeit beruhen. Je nach Umfang und Komplexität werden einige Vorhaben schneller realisiert werden können, während andere längere Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen.
Wir gehen selbstbewusst und gut vorbereitet in die nächsten Schritte – und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.
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